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Intelligentes Fahren, richtiger Reifendruck

In zwei Fahrschul-Fahrzeugen der DEULA sowie in einem theoretischen Teil absolvierten 26 Kreismitarbeiter das Eco-Drive-Training. Im Bild v.l.: Fredrik Grothus (Fahrlehrer), Volker Harbert (Ordnungsamt), Bernhard Gröpper (Leiter Kreis-Energieteam), Björn Wenning (Fahrer des Landrats), Dr. Stefan Funke (Kreiskämmerer), Michael Klein (Fahrlehrer) und Reinhold Klostermann (Amt für Umweltschutz).

Nicht darum, das Rad neu zu erfinden, wohl aber um den richtigen Reifendruck und andere Kniffe rund ums Energie sparende Autofahren ging es bei einer Eco-Drive-Schulung. 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises Warendorf nahmen daran teil. Dass zu geringer Reifendruck für höheren Kraftstoffverbrauch sorgt, konnten die Teilnehmer am eigenen Leib erfahren. Ein Fahrzeug mit schwach aufgepumpten Reifen galt es zu schieben, was sich als schwer herausstellte. Im zweiten Anlauf mit erhöhtem Reifendruck rollte der Wagen deutlich leichter über den Kreishaus-Parkplatz. "Lieber 0,2 Bar Druck zu viel als zu wenig", riet Kursleiter Friedel Hanewinkel. "Mit dem richtigen Reifendruck lässt sich viel Kraftstoff sparen", sagte der Fahrschulleiter der DEULA, die ihre Eco-Drive-Schulung erstmals beim Kreis durchführte.

 

"Im Zuge unserer Anstrengungen für den Klimaschutz und den European Energy Award setzen wir auch bei dienstlichen Autofahrten an", sagte Kämmerer Dr. Stefan Funke. 2010 will der Kreis bekanntlich den europäischen Energie-Oskar in den Händen halten. Sicher und Energie sparend fahren – so lautete der Untertitel der Eco-Drive-Schulung. Theorie und Praxis griffen dabei Hand in Hand.

 

Die Teilnehmer fühlten sich ein bisschen an ihre Führerscheinzeiten erinnert. Denn bei der halbstündigen Praxisrunde, die auf einem festgelegten Kurs durch verschiedene Tempozonen erst durch Warendorf und dann nach Everswinkel führte, saß in den beiden Fahrschul-Astras jeweils ein Fahrlehrer neben ihnen. Während sich auf der 24 Kilometer langen Strecke Landstraßen und Ortsdurchfahrten abwechselten, achteten auf den Beifahrersitzen die Fahrlehrer Michael Klein und Fredrik Grothus von der DEULA-Fahrschule auf viele Details. Doch nervös wurde deshalb keiner der Kursteilnehmer – schließlich handelte es sich um Kreismitarbeiter, die dienstlich häufig mit dem Auto unterwegs sind.

 

Zum Fuhrpark des Kreises gehören überwiegend sparsame Kleinwagen. Einige davon haben einen besonders umweltschonenden Erdgasantrieb. "Durch Energie sparendes Fahren unserer Mitarbeiter können wir einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig die Kreiskasse schonen", so Kreiskämmerer Dr. Stefan Funke.

Nach der ersten Praxisrunde mit dem Fahrlehrer folgte ein zweistündiger theoretischer Teil. "Es geht nicht nur darum, möglicherweise vorhandene Bleifüße abzutrainieren. Durch kluges und vorausschauendes Fahren lassen sich Kraftstoff sparen sowie Material und Nerven schonen. Zum rollenden Verkehrshindernis muss deshalb niemand werden", erläuterte Fahrschulleiter Friedel Hanewinkel. "Zügiges Beschleunigen und rechtzeitiges Hochschalten sind wichtig. Die ideale Drehzahl des Motors sollte man kennen – längerfristige Überschreitungen bedeuten einen erheblichen Mehrverbrauch", so Hanewinkel.

 

Ballast wie große Werkzeug- und Mineralwasserkästen sollten nicht unnötig durch die Gegend gefahren und große Energieverbraucher wie Klimaanlage oder Heckscheibenheizung nur bei Bedarf eingeschaltet werden. "Zum vorausschauenden Fahren gehört, nicht kurz vor einer roten Ampel oder einem Hindernis noch Gas zu geben", so Friedel Hanewinkel. Bei modernen Autos gelte es dann, die automatische Schubabchaltung zu nutzen. Das bedeutet, nicht ausgekuppelt und bei eingelegtem Gang auszurollen. Der Kraftstoffverbrauch ist dann gleich null – anders als im Leerlauf.


 
Bei der zweiten Testrunde konnten die Teilnehmer ihr zum Teil neues Wissen nutzen. Interessant war dabei der "Vorher-Nachher-Effekt". Im Vergleich zur ersten Runde sank der Verbrauch bei allen Fahrern. Genaue Zahlen zeigte der Bordcomputer der beiden  Fahrschul-Astras an: jetzt lag der Verbrauch oft unter fünf Litern Diesel auf 100 Kilometern – das war oft ein Liter weniger als bei der ersten Fahrt.