Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

Agentur für Arbeit und Regionales Bildungsbüro wollen noch stärker kooperieren

Über eine bessere Kooperation bei der Berufsorientierung sprachen Verantwortliche des Regionalen Bildungsbüros und der Agentur für Arbeit. Das Foto zeigt (v.l.): Christina Raters, Holger Böhm, Joachim Fahnemann, Petra Schreier und Martina Laufkötter.

Schulische Berufsorientierung, frühzeitige Einblicke in die Arbeitswelt, bewusste Berufswahlentscheidung und schnittstellenfreie Übergänge von der Schule in den Beruf – das sind Schlagworte, die aktuell im Blickpunkt stehen. Petra Schreier (Leiterin des Regionalen Bildungsbüros) und Christina Raters (pädagogische Mitarbeiterin) sprachen mit Joachim Fahnemann (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ahlen), Holger Böhm (Teamleiter Berufsberatung) und Martina Laufkötter (Bereichsleiterin) über Möglichkeiten, die Kooperation im Regionalen Bildungsnetzwerk zu verbessern.

 

Fehlende Berufs- und Ausbildungsreife von Schulabgängerinnen und -abgängern auf der einen Seite und ausbildungswillige Unternehmen auf der anderen Seite machen deutlich, warum der Übergang von der Schule in den Beruf ein zentrales Handlungsfeld des Regionalen Bildungsbüros und auch der Agentur für Arbeit ist.

 

So pendelt die Abbruchquote in der Berufsausbildung bundesweit bei beklagenswerten ca. 25 Prozent In NRW liegt sie immerhin noch bei 20 Prozent.  Das Durchschnittsalter für den Beginn einer Berufsausbildung ist mittlerweile auf 19 Jahre angestiegen. Zwischen Schulentlassung und Berufseinstieg liegen im Schnitt zwei bis Jahre, die viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger in einem teilweise unübersichtlichen Dschungel aus berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen verbringen müssen.

 

Die Beteiligten sind sich einig, dass diese Problemlage nur durch eine stärkere Investition in präventive Berufsvorbereitungsmaßnahmen und eine rechtzeitige und gezielte Vermittlung in Ausbildung gelöst werden kann. Auf dieser Grundlage vereinbarten die Akteure eine noch stärkere Kooperation.  

 

Im Idealfall sollten die Schülerinnen und Schüler in der Schule ab Klasse 7 auf die Berufswahl vorbereitet werden, um dann ab Klasse neun übergangslos von den Berufsberatern der Agentur für Arbeit betreut zu werden. "Unter dem Gesichtspunkt Fördern und Fordern erwarten wir von den Schülerinnen und Schülern in Zukunft durch den Abschluss einer Vereinbarung eine aktive, verantwortungsbewusste Mitarbeit bei der Berufsberatung", so Joachim Fahnemann.

 

Einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration der Berufsvorbereitung in den Schulunterricht leistet auch der vom Regionalen Bildungsbüro begleitete Berufswahlpass. Er wird an allen Hauptschulen und den drei Berufskollegs des Kreises eingesetzt. Damit dieser nicht nur als Unterrichtsmaßnahme in der Schule wahrgenommen wird, sondern auch von den ausbildenden Betrieben nachgefragt wird, unterstützt die Agentur für Arbeit  die Verbreitung des Berufswahlpasses im Rahmen ihrer Beratungsarbeit und ihrer Kontakte zu den Betrieben.

 

Alle Beteiligten sind sich einig, dass Netzwerkarbeit und Kooperationen im Bereich der Berufsorientierung unerlässlich sind, um keine Parallelstrukturen aufzubauen. "Die gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen und ihre geschickte Verknüpfung stehen für das Regionale Bildungsbüro im Vordergrund, so dass eine enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit ein wichtiger Schritt in die regionale Bildungslandschaft ist", so Petra Schreier. Auf Einladung des Regionalen Bildungsbüros wird Holger Böhm auf dem nächsten Treffen der Berufswahlkoordinatoren die Qualitätsverbesserung der Beratungsprozesse in der Berufsberatung vorstellen.