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Von Albersloh bis Wadersloh

In Kleingruppen sind die Sprachhelfer für Kinder und Jugendliche, die keine oder geringe Deutschkenntnisse haben, da.

Über 40 Schulstandorte des Projekts “Sprachhelfer“ nach einem Jahr im Kreis Warendorf

Seit gut einem Jahr gibt es sie im Kreis Warendorf: die Sprachhelfer an Schulen – ein Projekt des Kommunalen Integrationszentrums (KI) des Kreises Warendorf. Engagierte Menschen aus dem Umfeld einer Schule helfen neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in der Schule, in ihrem sozialen Umfeld und in der neuen Sprache zurechtzukommen. Der Anfang ist für die meisten der vielen neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Ländern nicht leicht. Ein Förderunterricht in einer kleinen Gruppe ist da ein wichtiger Schritt in die neue Welt. Die Schülerinnen und Schüler schätzen die vertraute Atmosphäre in der Kleingruppe – denn da ist jemand, der eine Zeitlang nur für sie da ist.


„Die Sprachhelfer wollen in dieser schwierigen Anfangssituation helfen. Sie vermitteln die ersten deutschen Worte und kleinen Sätze in der neuen Sprache, zeigen den Kindern und Jugendlichen die Schule und ihre Umgebung, gehen vielleicht auch einmal mit ihnen zum Bäcker, wo sie zum ersten Mal in der fremden Sprache ein Brötchen  kaufen können, weil sie das bei ihrem Sprachhelfer schon gelernt haben“, erklärt die Initiatorin des Projektes, Claudia Peter-Weidemann vom Kommunalen Integrationszentrum.


Das Sprachhelfer-Projekt wird von den Schulen im Kreis sehr gut angenommen. Oft dauert es nur ein paar Tage, bis die Schule eine Person aus dem Sozialraum der Schule findet, die sich eine derartige Aufgabe gut vorstellen kann. Zudem kann Claudia Peter-Weidemann Personen ansprechen, die sich für diesen  Förderunterricht beim Kommunalen Integrationszentrum gemeldet haben und bis heute melden. Der Kreis unterstützt die Förderkräfte finanziell. Die Leiterinnen und Leiter der Schulen, an denen Sprachhelfer arbeiten, finden, dass dieses Geld gut angelegt ist.


„Ich bin sehr beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft der Menschen im Kreis Warendorf, die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Oft treffe ich Personen in Schulen, die sich schon länger ehrenamtlich engagieren und geradezu auf eine solche Aufgabe gewartet haben“, erläutert Claudia Peter-Weidemann. So zum Beispiel der türkische Vater aus Ahlen, den jeder an der Grundschule seines Kindes kennt, weil er sich dort schon länger engagiert. Ebenso die türkische Mutter aus Ahlen, deren Kinder dieselbe Grundschule besuchen wie sie damals – und die von daher die Schule gut kennt. Auch die Mutter aus Telgte, deren Eltern einst aus Italien kamen und die sich nun um italienische Kinder an der Grundschule kümmert sowie die syrischen Mütter aus Drensteinfurt und Alverskirchen, die neben der deutschen Sprache auch die Muttersprache der Kinder sprechen. Nicht zu vergessen die Pensionärinnen, die sich in Albersloh, Ahlen, Beelen und Wadersloh engagieren sowie die Erzieherinnen aus den OGS-Bereichen der Grundschulen und die Studenten, die sich neben dem Studium um Kinder ohne Sprachkenntnisse kümmern.


Fachliche Unterstützung erhalten die Sprachhelfer durch regelmäßig stattfindende Workshops zum Thema Deutsch als Zweisprache, zum Bereich Spracherwerb und Sprachvergleich, aber auch über Möglichkeiten, wie man Kindern und Jugendlichen die Sprache anders als in einer regulären Unterrichtsituation vermitteln kann.

Noch in diesem Schuljahr plant das KI einen weiteren Workshop für Sprachhelfer und ein weiteres Austauschtreffen.


Am Sprachhelfer-Projekt interessierte Personen  können sich gerne im Kommunalen Integrationszentrum bei Claudia Peter-Weidemann, Tel 02581/ 53 45 04, bzw. bei Diler Şenol-Kocaman, Tel. 0 25 81/53 45 01, melden.

 

 

Integrationsbericht für den Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Die Bevölkerung wird weniger, älter und bunter - so lässt sich der oft erwähnte demographische Wandel auf den Punkt bringen. Im Kreis Warendorf leben etwa 50.000 Menschen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben - fast jeder fünfte Bürger hat also Wurzeln in einem anderen Land. Bei den Kindern liegt die Zahl noch höher: Bereits heute kommt etwa jedes vierte Kind, das eine Kindertageseinrichtung besucht, aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte. Damit wird deutlich: Auch im Kreis Warendorf ist Integration ein sehr wichtiges Thema, das zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Der Kreis Warendorf hat in einem zweijährigen beteiligungsorientierten Planungsprozess einen Integrationsbericht erstellt. Er enthält eine Beschreibung der aktuellen Situation und ein Handlungsprogramm mit über 80 konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Integration. Der Integrationsbericht wurde am 02.07.2010 einstimmig durch den Kreistag verabschiedet. 

In der Zwischenzeit sind viele Projekte bereits in Angriff genommen worden. Ein gutes Beispiel ist das Projekt "Sprachschätze", das vielfältige Fortbildungs- und Unterstützungsangebote für den Grundschulbereich bietet.

Der Integrationsbericht steht hier zum Download bereit:
Integrationsbericht für den Kreis Warendorf